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01.01.
Knigge
Hans-Georg Bickel

[FAQ]<2006-11-15> Die de.alt.soc.knigge-FAQ
...

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10.01.
Knigge
sascha fischer

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07.11.
Knigge
Jürgen Gottschewski

Re: Was essen...
Hallo!

Ralf Kusmierz schrieb:
...

Ja gut, ich verstehe auch nicht so ganz, wie es ein erwachsener Mensch
schafft, so unsinnig mit anregenden Getränken umzugehen, daß es in
Magenkrämpfen endet. Es ist mir aber auch nicht möglich, ein
diesbezügliches Drogenverbot zu verhängen.



Wenn $Besuch (überwiegend) weiblich ist, sehe ich da keine Lösungsmöglichkeit ...

Die Erklärung dafür habe ich zitiert, du hast ja eigentlich alles selber gemerkt.

SCNR

Jürgen


...

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03.12.
Knigge
Peter Morelle

F: Leichenbegängnis/Leichenschmaus
Hallo allerseits,

wenn wir schon mal bei dem unangenehmen letzten Dingen sind, darf ich auch eine Frage zu diesem Thema stellen.

Seit rd. 20 Jahren leben wir in unmittelbarer Nachbarschaft (zwei Einfamilienhäuser) eines Ehepaares. Unser Verhältnis ist geprägt von einer freundlichen Gleichgültigkeit, wie ich es nennen möchte. Beispielsweise sind wir seit jeher per Sie, unsere Gespräche kamen äußerst selten über ein "Guten Tag, schönes Wetter heute" hinaus. Wir haben zwar wechselseitig die Päckchen von Postboten entgegengenommen, wenn der andere nicht da war, allerdings nie Urlaubsvertretung hinsichtlich Blumen gießen und Briefkasten leeren gemacht. Kurzum, wir haben uns gegenseitig weitgehend in Ruhe gelassen.

Die Nachbarin ist kürzlich gestorben. Zugegebenermaßen eher aus Höflichkeit, denn aus echter Anteilnahme ging ich zur Beerdigung. Meine Frau war beruflich verhindert. Als ich nach dem Begräbnis dem Witwer die Hand schüttelte und mein Mitgefühl zum Ausdruck brachte, hat er mich völlig überraschend zu dem Kuchenbuffet eingeladen, daß er im nahegelegenen Café für die Freunde und Verwandten hat richten lassen.

Ich habe die Einladung aus mehreren Gründen ausgeschlagen:
- Ich zähle mich nicht wirklich zu den Trauernden
- Ich kenne niemand außer dem Witwer, seiner erwachsenen Tochter und dem Schwiegersohn, und die wie oben erwähnt, auch nicht sonderlich gut. Soll ich dann mit fremden Leuten über die angenehmen Charaktereigenschaften - die ich im Grunde nicht kenne - der lieben Verstorbenen parlieren?
- Persönlich liegen mir solche Veranstaltungen eh nicht. Wenn ich um eine/n Tote/n trauere tue ich das im stillen Kämmerlein oder bei einem einsamen Waldspaziergang.

Im Nachhinein schlug mir allerdings das Gewissen. Habe ich durch meine Ablehung unhöflich gehandelt? Dies um so mehr, da bei der Bestattung nur rund 30 Trauergäste anwesend waren. Ich war bisher in der glücklichen Lage, nicht allzu häufig zu Beerdigungen zu müssen, aber für unsere kleinstädtischen Verhältnisse kam es mir recht wenig vor. Was ist, wenn der arme Teufel mit Tochter und Schwigersohn allein vor seinem Tortenberg gesessen hat?

Gut, geschehen ist geschehen, aber für einen hilfreichen Rat, wie ich mich in Zukunft korrekt verhalte, wäre ich dankbar.


Grüße aus dem regnerischen Südhessen

sendet Peter Morelle


...

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03.12.
Knigge
Ralf Kusmierz

Re: F: Leichenbegaengnis/Leichenschmaus
X-No-Archive: Yes

begin  quoting, Peter Morelle schrieb:

Die Nachbarin ist kürzlich gestorben. Zugegebenermaßen eher aus
Höflichkeit, denn aus echter Anteilnahme ging ich zur Beerdigung. Meine
Frau war beruflich verhindert. Als ich nach dem Begräbnis dem Witwer die
Hand schüttelte und mein Mitgefühl zum Ausdruck brachte, hat er mich
völlig überraschend zu dem Kuchenbuffet eingeladen, daß er im
nahegelegenen Café für die Freunde und Verwandten hat richten lassen.

Das halte ich für üblich.

Ich habe die Einladung aus mehreren Gründen ausgeschlagen:
- Ich zähle mich nicht wirklich zu den Trauernden
- Ich kenne niemand außer dem Witwer, seiner erwachsenen Tochter und dem
Schwiegersohn, und die wie oben erwähnt, auch nicht sonderlich gut. Soll
ich dann mit fremden Leuten über die angenehmen Charaktereigenschaften -
die ich im Grunde nicht kenne - der lieben Verstorbenen parlieren?
- Persönlich liegen mir solche Veranstaltungen eh nicht. Wenn ich um
eine/n Tote/n trauere tue ich das im stillen Kämmerlein oder bei einem
einsamen Waldspaziergang.
Im Nachhinein schlug mir allerdings das Gewissen. Habe ich durch meine
Ablehung unhöflich gehandelt?

Ich finde das vollkommen in Ordnung.

Dies um so mehr, da bei der Bestattung nur
rund 30 Trauergäste anwesend waren. Ich war bisher in der glücklichen
Lage, nicht allzu häufig zu Beerdigungen zu müssen, aber für unsere
kleinstädtischen Verhältnisse kam es mir recht wenig vor. Was ist, wenn
der arme Teufel mit Tochter und Schwigersohn allein vor seinem
Tortenberg gesessen hat?

Das dürfte angesichts der Umstände nun wirklich das kleinste Problem
gewesen sein. Für die Anzahlen der eingeladenen und erwarteten
Trauergäste dürfte es Erfahrungswerte geben.

Gut, geschehen ist geschehen, aber für einen hilfreichen Rat, wie ich
mich in Zukunft korrekt verhalte, wäre ich dankbar.

Meiner Ansicht nach: Alles in Ordnung.


Gruß aus Bremen
Ralf
--
R60: Substantive werden groß geschrieben. Grammatische Schreibweisen:
adressiert Appell asynchron Atmosphäre Autor bißchen Ellipse Emission
gesamt hältst Immission interessiert korreliert korrigiert Laie
nämlich offiziell parallel reell Satellit Standard Stegreif voraus


...

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27.12.
Knigge
Manfred Ginger

Re: Gehört es sich, seinen Geschäftspart ner [etc]
Werner Mayer:

Vielleicht sollte ich besser nicht fragen und heutzutage einfach
froh sein, wenn einer seine Zeit damit verbringst, sich in solchen
Sachen zu ergehen, anstatt irgendwo Holzklötze von Brücken zu
schmeissen oder sonstwie nennenswerte Schäden anzurichten.

Aber ich kann mir nicht helfen - mich interessiert trotzdem
manchmal, was die Leute antreibt:

Wenn Du irgendwann am Ende Deines Lebens stehst und
Bilanz ziehst - schaust Du dann zurück und klopfst Dir wegen
solcher Postings auf die Schulter? Sagst Du Dir dann, dass Du
die Dir gegebene Zeit nicht besser hättest nutzen können?
Helfen Dir solche Postings dabei, zu dem Menschen zu
werden, der Du sein willst?
Hat das irgendeine Art "Ventilfunktion"? Ich halte so etwas
für sinnlos - was bezweckst Du damit?

Wer dumm fragt kriegt dumme Antworten. Vermutlich amüsiert er sich
über die Dummheit anderer Leute.

--
Mein größtmöglicher Fan, mein persönlicher Stan:
Robert Miehle, Wintergasse 11, Augsburg
www.Ginger-Troll.de www.Reiki-Ginger.de
www.Ginger-Reiki.de www.MG-Reiki.de
©2008 Ginger



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22.12.
Knigge
Ralf Kusmierz

Telefonkonferenzen
X-No-Archive: Yes

begin  Thread


Hallo!

Es mag an meinem privaten Umfeld liegen: Telefonkonferenzen scheinen
mir - zumindest privat - nicht sonderlich verbreitet zu sein. Das ging
teilweise so weit, daß ich (mit Telefon-Flat) gelegentlich
"Familientreffen" mir eher fremder Clans in Form von
Telefonkonferenzen organisiert habe, bei denen ich dann bloß noch
gelegentlich reingehört hatte, um festzustellen, ob ich jetzt auch
auflegen durfte - viele scheint das Anlegen einer Telefonkonferenz zu
überfordern, daher wurde mir das dann anvertraut.

Nun ist das bei "Familien" auch noch relativ unproblematisch, weil die
sich gegenseitig nach Verhalten und Stimme kennen und es auch
tolerieren, daß Tante Frieda einfach so dazwischenquatscht - macht sie
beim Kaffeeklatsch schließlich auch. Aber wie ist das, wenn man (aus
irgendwelchen sinnvollen Gründen) einige Leute zusammenschaltet, die
sich kaum oder gar nicht kennen?

Gibt es (vielleicht wäre das eine Geschäftidee) schon eine Art
"Telefon-Knigge", der Ratschläge enthält, wie man eine
Telefonkonferenz durchführt und sich dabei verhält, vor allem unter
Berücksichtigung der technischen Tatsache, daß die eingeschränkte
akustische Übertragungsqualität der Telefonverbindungen die Zuordnung
zwischen Sprechern und Stimmen möglicherweise nicht immer so ganz
einfach macht? (Wenn ich mit Egon telefoniere, ist das nicht so
schlimm, wenn dessen Stimme am Telefon mal komisch oder verzerrt
klingen sollte, ich weiß ja, daß es Egon ist, aber wer von den fünf
rauschenden Mickymausstimmen bei der Konferenz hatte denn da gerade
diese Zwischenbemerkung gemacht?)

Vorschläge, Hinweise?

Eine Möglichkeit wäre eine straffe hierarchische Führung: Einer spielt
den "Konferenzleiter", Sprechen ist nur nach Wortmeldung und
-erteilung zulässig, dann weiß jeder, wer gerade spricht, und alle
anderen halten zwischendurch die Klappe - etwas unerfreulich und
ungemütlich, würde ich sagen. Aber wenn undiszipliniert munter
durcheinandergequasselt wird, dann geht das natürlich auch nicht:
Progressive Steigerung des Chaos, einer beschwert sich, bei dem
Durcheinander könne er gar nichts mehr verstehen, seine Beschwerde
wird aber nicht mehr verstanden, sondern erhöht den Rauschpegel nur,
und schließlich herrscht Konfusion.

Also: wie?

Fängt schon damit an, wie man anfängt: Zumindest bei meinem
Telefonprovider ist das so, daß man alle Rufnummern in eine
Konferenzliste einträgt und dann die Konferenz starten läßt - es
klingeln dann bei allen Angerufenen die Telefone, sie gehen natürlich
in nicht vorhersehbarer Reihenfolge an den Apparat, und dann muß man
ihnen jeweils einzeln erklären, daß das eine Telefonkonferenz ist, und
wer da dann alles zusammengeschaltet wird. Alternative wäre natürlich,
die Teilnehmer vorher einzeln anzurufen und ihnen so die Konferenz
anzukündigen - ziemlich umständlich und zeitraubend.


Gruß aus Bremen
Ralf
--
R60: Substantive werden groß geschrieben. Grammatische Schreibweisen:
adressiert Appell asynchron Atmosphäre Autor bißchen Ellipse Emission
gesamt hältst Immission interessiert korreliert korrigiert Laie
nämlich offiziell parallel reell Satellit Standard Stegreif voraus


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02.12.
Knigge
Ulrich Diez

Richtiges Verhalten im Krankenhaus im Fall des Fal
Mir geht es um das Thema "Krankenhausaufenthalt".

Zunächst eine allgemeine Frage:

Was die Äußerungsformen der Hilfsbereitschaft mancher
verunsicherter Besucher im Krankenhaus angeht, habe ich
schon recht "lustige" Dinge beobachtet.

Gibt es irgendwo eine Art "Krankenhausknigge", den man
empfehlen kann und wo man nachlesen kann, wie man sich
in diversen "Krankenhaus-spezifischen" Situationen richtig
verhält?


Nun eher spezifische Fragen:

Während eines Aufenthalts im Krankenhaus stirbt nach zwei Wochen
überraschend - wohl auch für die Ärzteschaft - der 17-jährige
Bettnachbar, den jeder über den Berg geglaubt hat.

Am nächsten Tag schneien ständig Leute ins Zimmer herein, die
noch nicht über sein Dahinscheiden unterrichtet sind - unter
anderem schon um 6.30 Uhr morgens seine 16-jährige Freundin, die
ihn vor dem Besuch der Schule noch kurz besuchen wollte - und
stehen verwundert an der Stelle, wo sich vormals sein Bett befand
und fragen einen irritiert, wo er denn sei.

Wie verhält man sich als - äh - ehemaliger Mitpatient gegenüber
solchen Fragestellern korrekt?

Salopp formuliert fühle ich mich mit dem Überbringen von
Todesnachrichten nicht überfordert und es bedarf meinetwegen
hierbei keinen Ausführungen über das konkrete Vorgehen.

Jedoch bin ich in der "Grundsatzfrage", ob es in der Position des
Mitpatienten überhaupt angebracht ist, eine solche Nachricht zu
übermitteln, etwas hin- und hergerissen:

Einerseits greift man dadurch eventuell dem Krankenhauspersonal
bzw der Ärzteschaft oder den direkten Angehörigen vor.

Andererseits ahnen die Leute in dem Moment, wo sie vor dem leeren
Platz des Bettes stehen, sowieso, daß irgendetwas passiert sein
muß und ich halte es nicht in jedem Fall für gut, dann noch lange
herumzudrucksen, zumal nicht notwendigerweise gewährleistet ist,
daß zum Beispiel das Krankenhauspersonal, welches eher unter
Zeitdruck steht als man selbst, beim Überbringen der
Todesnachricht oder direkt danach wesentlich subtiler oder
feinfühliger vorgeht, als man selbst.

Angenommen, die Grundsatzfrage wäre geklärt und man entscheidet
sich in einem Fall dafür, das Überbringen der Todesnachricht
anderen zu überlassen. Wie würdet ihr dann auf die Frage, wo der
dahingeschiedene Bettnachbar denn sei, antworten, damit das ganze
nicht doch in ein "Herumgedruckse" ausartet?

Den Leuten zu sagen, daß ihnen vielleicht nicht bewußt ist, daß
sie da gerade eine Frage aufgeworfen haben, die wohl einen nicht
unbeträchtlichen Anteil an metaphysischen Aspekten aufweist,
und sie derartiges bitte lieber mit dem Krankenhauspersonal
oder den Angehörigen besprechen möchten, halte ich unter
anderem für taktlos.

Ulrich


...

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02.12.
Knigge
Hans Beiger

Re: Richtiges Verhalten im Krankenhaus im Fall des Fal
Ulrich Diez schrieb:

Während eines Aufenthalts im Krankenhaus stirbt nach zwei Wochen
überraschend - wohl auch für die Ärzteschaft - der 17-jährige
Bettnachbar, den jeder über den Berg geglaubt hat.

Am nächsten Tag schneien ständig Leute ins Zimmer herein, die
noch nicht über sein Dahinscheiden unterrichtet sind - unter
anderem schon um 6.30 Uhr morgens seine 16-jährige Freundin, die
ihn vor dem Besuch der Schule noch kurz besuchen wollte - und
stehen verwundert an der Stelle, wo sich vormals sein Bett befand
und fragen einen irritiert, wo er denn sei.

Ulrich

Wieso wurden die Angehörigen nicht unterrichtet? Die hätten auch die Freundin informieren können/müssen?

Ich habe bei meinen letzten Krankenhausaufenthalt an das Stationspersonal verwiesen.

Hans


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02.12.
Knigge
Dennis Wagner

Vorstellungsgespraech
Guten Tag,

ich habe im Dezember ein Vorstellungsgespraech fuer eine Stelle
als Juniorprofessor und habe dazu zwei Fragen:

1) wie rede ich die Herren und Damen in der Berufungskommission an?
   Insbesondere im laufenden Gespraech.
   "Herr X"? "Professor X"? "Professor Dr X"?

2) wie ziehe ich mich am Besten an? Muss es ein Anzug sein, oder
   ist das potentiell overdressed; vielleicht waere es guenstiger
   eine neue Jeans mit Hemd, Krawatte und Jacket zu tragen?

Vielen Dank fuer Eure hilfreichen Kommentare :-)

    Dennis


...

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02.12.
Knigge
Daniela Nicklas

Re: Vorstellungsgespraech
Dennis Wagner schrieb:

ich habe im Dezember ein Vorstellungsgespraech fuer eine Stelle
als Juniorprofessor und habe dazu zwei Fragen:

1) wie rede ich die Herren und Damen in der Berufungskommission an?
   Insbesondere im laufenden Gespraech.
   "Herr X"? "Professor X"? "Professor Dr X"?

Aus meiner Erfahrung aus (Informatik-)Berufungskommissionen (von beiden Seiten des Tischs, sowohl für Junior- wie auch für unbefristete Professuren) war ein "Herr/Frau X" im Gespräch immer ausreichend und passend, die haben sich auch nicht mit Doktortiteln o.ähn. aufgehalten.

Bei der Begrüßung der Zuhörer vor dem Vortrag darf es auch etwas förmlicher sein. Das hängt aber auch von der Uni (Traditionsuniversität oder nicht?) und dem Fach (Medizin, Jura, Informatik, ...?) ab:
manchmal wird erwartet, dass man alle anwesenden Funktionsträger mit der passenden lateinischen Bezeichnung begrüßt (spectabilitas/Spektabilität für den Dekan, Magnifizenz für den Rektor, falls anwesend), wo anders reicht ein "Sehr geehrte Frau X, vielen Dank für die freundliche Vorstellung. Sehr geehrte Damen und Herren, ich freue mich über die Einladung und die Gelegenheit, Ihnen meine Forschung zum Thema ... vorstellen zu können."

2) wie ziehe ich mich am Besten an? Muss es ein Anzug sein, oder
   ist das potentiell overdressed; vielleicht waere es guenstiger
   eine neue Jeans mit Hemd, Krawatte und Jacket zu tragen?

Auch das ist vom Fach abhängig. In der Informatik reicht letzteres, in der BWL wäre alles unter einem Anzug undenkbar. Aber den fachlichen Dresscode solltest du ja von großen Konferenzen deines Faches kennen (von den Vortragenden, nicht von den Besuchern).


Für das anstehende Verfahren ist das vermutlich zu knapp, aber grundsätzlich empfiehlt es sich, zu dem ganzen offiziellen und inoffiziellen Aspekten eines Berufungsverfahrens weitere Informationen einzuholen, damit man nicht an vermeidbaren Fallen scheitert.
Es gibt zum Beispiel Standardfragen aus dem Gespräch nach dem Vortrag, auf die man vorbeireitet sein kann.

Informationsquellen und Strategien:
  - bei der nächsten Möglichkeit selbst Mitglied einer Berufungskommission werden (andere Seite des Tischs kennenlernen)
  - entsprechende Seminare des Deutschen Hochschulverbands besuchen, für juristische Beratung während der Verhandlungen Mitglied werden
  - Professoren des persönlichen Vertrauens (Doktormutter/vater, ...) fragen
  - Berufungsvorträge anderer Leute besuchen (nicht in dem Verfahren, in dem man selbst beteiligt ist, aber vielleicht läuft ja an der eigenen Uni etwas).


HTH

   Daniela


...

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09.11.
Knigge
Arnold Nipper

Re: Beim Arzt
On 30.10.2008 10:14 Frank Hucklenbroich wrote

Wenn ich mich recht erinnere sind wohl die meisten der damals promovierten
Physiker direkt in den IT-Berich gegangen - eben weil es nur sehr wenige
Jobs für promovierte Physiker in deren eigentlichem Feld gibt (soo viele
Astro- oder Kernphysiker werden nicht nachgefragt).


Daher buchstabiert sich SAP auch ja als Sammelstelle Arbeitsloser
Physiker ;-)



Arnold
--
Arnold Nipper, AN45




...

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02.12.
Knigge
Thomas Probst

Unfreundliche Gruesse
Hallo allerseits!

Ich moechte/muss einer Firma, die mich ziemlich genervt hat,
einen Brief schreiben.

Da mir die Mitarbeiterin dieser Firma wirklich massiv auf den
Nerv gegangen ist, moechte ich diesen Brief so unfreundlich wie
moeglich, aber trotzdem nicht irgendwie beleidigend verfassen.
Ich moechte Grussworte wie z.B. "Sehr geehrte Frau ..." und
"Hochachtungsvoll" oder "Mit freundlichen Gruessen" vermeiden.

Welche Grussfloskeln koennte ich stattdessen verwenden?

Mit freundlichen Gruessen ;-)
TP


...

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02.12.
Knigge
Michael Pronay

Re: Unfreundliche Gruesse
Thomas Probst <nospam@tugraz.at> wrote:

Welche Grussfloskeln koennte ich stattdessen verwenden?

| Mit der Ihnen gebührenden Achtung verbleibe ich
|
| Thomas Probst

M.


...

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21.11.
Knigge
Stefan Ram

Re: Wie seilt man sich heutzutage elegant ab?
Ulrich Diez <eu_angelion@web.de.invalid> writes:
Oder wenn man feststellt, daß anderweitig gerade "der Haussegen
schief hängt" oder am Kippen ist und beispielsweise zwischen
Eltern und pubertierenden Kindern Wortwechsel ablaufen, die
man als Gast nun nicht unbedingt hören will?

  Wie ich jetzt las, wird das von Gastgebern aber auch manchmal
  bewußt eingesetzt:

      »Wenn Bekannte zu Besuch sind, die irgendwann die
      Zweisamkeit stören, streiten sie demonstrativ, bis sich
      der Besuch dezent zurückzieht. Dann steigen sie in die
      Wanne und hören bei Kerzenschein Pink Floyd.«

    (Aus einem Nachruf in der Zeitung »Der Tagesspiegel«)



...

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22.10.
Knigge
Anne Meyer

Siezen innerhalb der Familie (Wie peinlich!)
Hallo NG,

mich plagt folgendes Problem: Ich bin nun schon seit fast 10 Jahren
mit meinem Liebsten zusammen, wir sind mittlerweile verlobt, beide
berufstätig, wir besuchen fast jedes Wochenende seine Mutter (meine
Eltern sehe ich selten, da sie sehr weit weg wohnen). Soviel zu
unserer Situation.

Nun ist es so, daß mich Schwiegermutter von Anfang an geduzt hat. Gut,
ich war damals zwar schon weit über 20, aber wir waren da noch mitten
im Studium, und so ganz erwachsen fühlt man sich da ja noch nicht.
Natürlich habe ich sie gesiezt, was anderes wäre mir gar nicht
eingefallen. Es mir am Anfang noch nicht viel ausgemacht, da ich ja
auch immer damit gerechnet habe, das "Du" angeboten zu bekommen,
sobald sie merkt, daß es zwischen und was Ernsteres ist.

Aber mittlerweile bin ich mir sicher, daß in der Hinsicht nichts mehr
passert. Nicht einmal die Verlobung war Anlaß genug dafür. Mich
belastet das mittlerweile richtig sehr. Zum einen ist mir das
furchtbar peinlich, wenn ich sie vor anderen mit "Frau Müller" und
"Sie" anreden soll (wo ich doch hoffentlich bald selber "Frau Müller"
heiße). Zum anderen ist es so, daß Schwiegermutter bewußt oder
unbewußt mich wie ein kleines Unterstufenkind behandelt. ("Das Mädchen
kann doch die schwere Tasche nicht tragen, das hebt sich doch einen
Bruch!") Die Krönung war, daß Schwiegermutter mal behauptet hat, ich
hätte noch nie im Leben richtig gearbeitet, bloß, weil mir eine
befristete Stelle nicht verlängert wurde und ich daraufhin eine andere
Arbeitsstelle angenommen habe. Also Schwiegermutter hatte in dem
Augenblick schlichtweg /vergessen/, daß ich vorher auch ganz normal
gearbeitet habe. Das hat mir gezeigt, daß Schwiegermutter mich einfach
nicht als erwachsene Person wahrnimmt.

Sohnemann wird natürlich auch von unsinnigen Tips überhäuft, aber er
kann wenigstens mit Humor eine blöde Antwort geben. Ich habe ja auch
schon ab und zu mal was mit Ironie gesagt, aber das versteht
Schwiegermutter immer völlig falsch. Also für Ironie oder eine
Bemerkung mit einem Augenzwinkern ist unser Verhältnis viel zu
distanziert. Ich bin schon manchmal ins Fettnäpfchen getreten und habe
ohne Absicht Schwiegermutter zur Verärgerung gebracht, woraufhin mein
Liebster dann zu mir meinte:"So kannst du mit meiner Mutter doch nicht
reden, das müßtest du aber langsam wissen".

Ich habe meinen Liebsten schonmal versucht, auf das Problem
anzusprechen, aber er meinte nur, das würde seine Mutter nicht
verstehen. Er sieht es wohl auch nicht als Problem. Ich verstehe ja,
daß er sich da raushalten will, das geht ihn ja auch nichts an.

Habt Ihr Vorschläge, was ich machen kann? Mir geht es darum, daß meine
Schwiegermutter versteht, daß ich ihr Verhalten respektlos finde, wenn
sie einerseits mich duzt und mich so nach irgendwelchen Details aus
meinem Leben oder von meiner Familie ausfragt oder mir Tips gibt, wie
ich welche Sachen zu machen habe (vor allem auf der Arbeit - haha!),
ich sie andererseits siezen muß und so überhaupt keine Möglichkeit
habe, mal zu erfahren, wie sie zu irgendwas steht. Schwiegermutter ist
im Herzen eine waschechte Ruhrpott-Frau, also eigentlich nicht sehr
vorhehm, aber sie tut sehr vornehm. Mir ist vornehm oder nicht vornehm
ziemlich egal, wenn es so ist wie bei normalen "Ruhrpott-Prollis", die
mich zwar duzen, die ich aber ebenso duze, und die auch nicht so
empfindlich sind. Bei Schwiegermutter ist es aber so, daß sie sich als
was Besseres fühlt.

Ich ärgere mich schon, daß ich sie nicht von Anfang an geduzt habe,
aber ich bin halt ziemlich zurückhaltend, und außerdem wußte ich
damals noch nicht, daß im Ruhrpott das "Du" viel lockerer sitzt. Ich
habe natürlich schon Freundinnen gefragt, was ich am besten mache, und
die Antworten waren "mit ihr darüber reden" oder "sie einfach duzen".
Beides kann ich mir aber nicht richtig vorstellen :-/ Gibt es nicht
ein Buch, wo drin steht, wie man es richtig macht? Dann könnte ich ihr
das wenigstens zeigen, daß ich die duzen darf. (Ich höre schon die
mögliche Antwort:"Nein, da bin ich aber nicht für!") Oder darf ich das
"Du" gar nicht verlangen?

Ich hoffe, der Text ist nicht zu lang geworden. Entschuldigt bitte
auch mein Post über Google und daß ich nicht meinen richtigen Namen
nennen will (hoffentlich rutscht der mir nicht mal raus), denn ich
will Schwiegermutter und erst recht meinen Fast-Mann nicht
bloßstellen. Mir ist das alles furchtbar peinlich, und das hat mich
große Überwindung gekostet, das hier zu schreiben.

Viele Grüße!
Anne


...

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22.10.
Knigge
Walter Schmid

Re: Siezen innerhalb der Familie (Wie peinlich!)
Anne Meyer schrieb:
Hallo NG,

mich plagt folgendes Problem: Ich bin nun schon seit fast 10 Jahren
mit meinem Liebsten zusammen, wir sind mittlerweile verlobt, beide
berufstätig, wir besuchen fast jedes Wochenende seine Mutter (meine
Eltern sehe ich selten, da sie sehr weit weg wohnen). Soviel zu
unserer Situation.

[...]

Habt Ihr Vorschläge, was ich machen kann?

Diese Schwiegermutter möchte ich gar nicht duzen wollen. Du musst
trotzdem nicht verfeindet sein mit ihr. Etwas Distanz wenigstens
von einer Seite ist mE hier besser als gar keine Distanz. Lass
es wie es ist und versuche die Vorteile zu erkennen. Mit
Schwiegermüttern haben Frauen immer Probleme, das ist ganz
natürlich. So lange Dein Liebster zu Dir steht, sollte das Siezen
kein Problem sein. Aber Du darfst ihn ruhig fragen, ob er seine
Mutter immer noch mehr liebe als Dich. Im Ja-Fall solltest Du Dir
einen Andern suchen. Mit der Anrede hat das aber nichts zu tun.

Das einseitige Siezen ist übrigens gar nicht so selten. Ich duze
viele, die ich schon ab Geburt kenne, aber sie sagen "Herr
Schmid" zu mir. Für mich ist jeder ein Kind, der nur 30 Jahre
jünger ist als ich (65). Das wird auch so sein, wenn ich 90 sein
werde.

Früher siezten die Kinder auch ihre leiblichen Eltern - zumindest
in besseren Familien.

HTH

Gruss

Walter


...

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29.10.
Knigge
Stefan Ram

Zurueckduzen (was: Siezen innerhalb der Familie (W
Heinrich Moser <usenet@heinzi.at> writes:
Mich würde -- gerade bei einer Person, mit der ich mich nicht
so gut verstehe -- das einseitige Du mehr stören als ein
beidseitiges.

  Solche Dinge hängen immer vom Kontext ab.

  Nehmen wir einmal an, ein älterer Herr gehe
  einkaufen und werde dabei vom einem ihn unbekannten
  Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes angesprochen:
  »Nun mach mal langsam, Junge!«.

  Sollte der Herr den Mitarbeiter dann auch Duzen?
  Wenn er diesen auch Duzen würde, dann hätte dies meiner
  Meinung nach gleich mehrere Nachteile:

      - Wenn man das Duzen als eine Beleidigung ansieht,
        dann wäre das Rückdutzen eine »sofortige Rückbeleidigung«,
        die eine Strafverfolgung des ersten Duzens meistens
        verunmöglichen würde.

      - Das Rückduzen des Herrn könnte als
        Einverständnis zu gegenseitigem Duzen gewertet werden
        und damit das Duzen des Mitarbeiters nachträglich
        rechtfertigen.

      - Wenn man das Duzen Fremder als eine Beleidigung ansieht,
        dann würde der Herr damit womöglich selber eine
        Straftat begehen. (Könnte relevant sein, wenn ein Zeuge
        die erste Äußerung des Mitarbeiters nicht gehört hat,
        so daß der Eindruck entsteht, der Herr hätte mit
        dem Duzen begonnen.)

      - Der Herr würde selber als jemand dastehen, der
        fremde Personen in unangemessener Weise duzt.
        So würde er auf Umstehende ein schlechteres Bild
        abgeben, als wenn er Fremde - wie dies normal ist -
        siezt.

      - Umstehende könnte aus dem gegenseitigen Duzen auf eine
        private Bekanntschaft zwischen den beiden Personen
        schließen und dann folgende Interaktionen entsprechend
        falsch interpretieren. (Bekannten gegenüber darf man
        sich mehr herausnehmen als Fremden gegenüber, oder es
        könnte eine Vorgeschichte geben.)

      - Der Herr würde es dem Mitarbeiter erlauben, den Stil
        (Du/Sie) der Sprache des Herrn und der gemeinsamen
        Kommunikation praktisch zu bestimmen, indem er den
        vom Mitarbeiter vorgegebenen Stil aufgreift.



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19.11.
Knigge
Stefan Ram

Re: Zurueckduzen
ram@zedat.fu-berlin.de (Stefan Ram) writes:
Nehmen wir einmal an, ein älterer Herr gehe
einkaufen und werde dabei vom einem ihn unbekannten
Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes angesprochen:
»Nun mach mal langsam, Junge!«.

  Gerade entdecke ich eine Aussage von Francesco Sabatini dazu:

      « Le forme di cortesia illustrano la dignità di chi le usa,
      più che quella di coloro cui sono rivolte. »

      (»Die Höflichkeitsformen drücken eher die Würde desjenigen aus,
      der sie verwendet, als die des mit ihnen Angesprochenen.«)



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05.11.
Knigge
Peter Morelle

Entschuldigung für unbeabsichtigte Abstrafun g?
Liebe Gemeinde,

durch die Unachtsamkeit einer Mitarbeiterin unserer Stadtverwaltung ist ein Mißgeschick passiert, das zu meinen Lasten ging und das mich ziemlich geärgert hat. Die Dame hat sich telefonisch bei mir entschuldigt.

Dennoch habe ich einen Brief an unseren Bürgermeister geschrieben und ihm den Sachverhalt geschildert. In meinem Schreiben habe ich deutlich dargelegt, daß ich die Entschuldigung seiner Mitarbeiterin akzeptiere, u. a. weil wir alle gelegentlich Fehler machen und ich nicht möchte, daß das letzte und kleinste Glied in der Kette von den Hunden gebissen wird. Ich brachte vielmehr zum Ausdruck, daß ich es für eine generelle Schwäche des Systems halte, wenn in einem sensiblen Bereich anscheinend ohne funktionierende Kontrolle agiert wird.

Gestern erhielt ich die Antwort unseres Bürgermeisters. Er schrieb mir, daß das Verfahren halt so wäre und deshalb dem Dezernenten kein Vorwurf zu machen sei. Allerdings habe die Mitarbeiterin einen Fehler gemacht. Daher hat er mein Schreiben als Dienstaufsichtsbeschwerde behandelt und die Mitarbeiterin gemaßregelt. Kurz und schlecht, er ignorierte also meine Bitte und tat genau das, was nicht in meiner Absicht lag.

Mir schlägt jetzt das Gewissen. Zwar kenne ich die Konsequenzen einer „Maßregelung“ (nettes Wort) aufgrund einer Dienstaufsichtsbeschwerde nicht, aber ich kann mir vorstellen, daß es unangenehm ist.

Wie würdet Ihr Euch verhalten?

Soll ich die Sache schlicht auf sich beruhen lassen?

Soll ich der Dame einen netten Brief schreiben, in dem ich mich meinerseits entschuldige, und ihr zusammen mit einer Schachtel Pralinen ins Amt schicken?

Sie anrufen?

Soll ich dem Bürgermeister nochmal schreiben?

Danke im voraus für die Meinungen und viele Grüße aus Südhessen

Peter Morelle


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05.11.
Knigge
Hans-Georg Bickel

Re: Entschuldigung für unbeabsichtigte Abstrafung?
Peter Morelle <p.morelle@arcor.de> wrote:

Gestern erhielt ich die Antwort unseres Bürgermeisters. Er schrieb mir,
daß das Verfahren halt so wäre und deshalb dem Dezernenten kein Vorwurf
zu machen sei. Allerdings habe die Mitarbeiterin einen Fehler gemacht.
Daher hat er mein Schreiben als Dienstaufsichtsbeschwerde behandelt und
die Mitarbeiterin gemaßregelt.

Es kam, wie es kommen musste...

Soll ich der Dame einen netten Brief schreiben, in dem ich mich
meinerseits entschuldige, und ihr zusammen mit einer Schachtel Pralinen
ins Amt schicken?
[...]
Soll ich dem Bürgermeister nochmal schreiben?

Die Pralinen würde ich weglassen. Städtische Mitarbeiter dürfen
nichts annehmen. Abpu avpug rvazny Ireahasg.;-)

Ich würde dem Bürgermeister nochmal schreiben, daß das so nicht
in deiner Absicht lag und der Mitarbeiterin eine Kopie davon
zukommen lassen, mit einem kurzen Schreiben, in dem Du bedauerst,
daß Dein Brief an den Bürgermeister von Dir nicht gewollte
Konsequenzen hatte.

Für eine Dienstaufsichtsbeschwerde gelten die berühmten drei F.
Formlos, fristlos und (meistens) fruchtlos.

Ein ordentlicher[tm] Vorgesetzter wird wegen der Formlosigkeit
ein Schreiben, in dem man sich über einzelne Mitarbeiter
auslässt, im Zweifel als Dienstaufsichtsbeschwerde ansehen.

Daher empfiehlt sich, wenn man genau das nicht will, im
Schriftverkehr mit Behörden Schreiben wie das von Dir
geschilderte immer mit dem Satz zu versehen: "Ich möchte dieses
Schreiben ausdrücklich nicht als Dienstaufsichtsbeschwerde
verstanden wissen, wollte aber doch meinen Unmut darüber, wie
diese Angelegenheit abgelaufen ist, zum Ausdruck bringen." Oder
so ähnlich.

HG
--
Die de.alt.soc.knigge-FAQ
http://knigge.md-d.org


...

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05.11.
Knigge
Stefan Ram

Re: Entschuldigung für unbeabsichtigte Abstrafun g?
Peter Morelle <p.morelle@arcor.de> writes:
Soll ich die Sache schlicht auf sich beruhen lassen?

  Gehe einmal nicht von dieser Sache aus, sondern von Deinen
  Lebenszielen.

  Schreibe diese auf (nicht hier in der Newsgroup, sondern
  für Dich selber) und dann zerlege sie in einzelne
  Aktivitäten, die Du ausführen mußt um sie zu erreichen.

  Dann erledige diese Aktivitäten.

  (Die Verfolgung dieser Sache könnte oder könnte nicht
  darunter sein, und wäre je nachdem angebracht oder nicht
  angebracht. Falls sie nicht darunter vorkommt, ist sie eine
  Ablenkung und sollte so gut wie möglich ignoriert werden.)



...

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06.11.
Knigge
Jakob Achterndiek

Re: Entschuldigung für unbeabsich tigte Abstrafung?
Am 05.11.2009, 22:43 Uhr, schrieb Stefan Ram <ram@zedat.fu-berlin.de>:

Peter Morelle <p.morelle@arcor.de> writes:
Mir schlägt jetzt das Gewissen.
  Du trägst keine Verantwortung für die Art und Weise, wie
  der  Bürgermeister auf Deine Eingaben reagiert und brauchst
  dementsprechend auch kein schlechtes Gewissen haben

Doch!
Er hat aus Eitelkeit und aus dem Gefühl einer persönlichen
Kränkung jene Angestellte, die sich für ihr Versehen bereits
entschuldigt hatte, nachträglich beim Bürgermeister denunziert.
Einen konkreten Zweck hat er damit nicht mehr verfolgt, einen
praktischen Nutzen konnte er davon nicht mehr haben. Er hat
einfach noch mal seinen Ärger rausgelassen, auf Kosten anderer,
ohne mögliche Weiterungen zu bedenken - und nicht einmal im
Affekt. Das war mies! Daß ihn jetzt das Gewissen plagt, spricht
immerhin für ihn.

j/a
--




...

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06.11.
Knigge
Peter Morelle

Re: Entschuldigung für unbeabsichtigte Abstra fung?
Jakob Achterndiek schrieb:

Er hat aus Eitelkeit und aus dem Gefühl einer persönlichen
Kränkung jene Angestellte, die sich für ihr Versehen bereits
entschuldigt hatte, nachträglich beim Bürgermeister denunziert.

Gegen den Vorwurf, daß der Hauptgrund meines Schreibens an die Stadtverwaltung die Denunziation einer Mitarbeiterin der Verwaltung gewesen sei, muß ich mich allerdings verwahren.
Einen konkreten Zweck hat er damit nicht mehr verfolgt, einen
praktischen Nutzen konnte er davon nicht mehr haben. Er hat
einfach noch mal seinen Ärger rausgelassen, auf Kosten anderer,
ohne mögliche Weiterungen zu bedenken - und nicht einmal im
Affekt.
In meinem Schreiben an den Bürgermeister unseres Städtchens brachte ich meine Verwunderung – zugegebenermaßen in verärgertem Ton -  zum Ausdruck, daß sensible Daten offensichtlich unkontrolliert in der EDV erfaßt werden.
Die Intention meines Schreibens war, einen Denkanstoß zu geben, um das Verfahren zu verbessern,  die Fehlerquote zu reduzieren und dadurch anderen Bürgern den Ärger zu ersparen, den ich hatte.

Es liegt auf der Hand, daß ich dazu auf den konkreten Sachverhalt schildern muß, an dem ich Anstoß nehme.

Daß es zu Fehleingaben kommen kann und diese Fehleingaben jeder eingebenden Person, egal ob sie Meier, Müller, Schulze heißt, unterlaufen können, versteht sich von selbst. Wie Du sicher bereits in meiner ersten Mail gelesen hast, hatte ich auch das dem Bürgermeister unmißverständlich geschrieben, und weiterhin, daß ich die Entschuldigung seiner Mitarbeiterin annehme und keine Ressentiments gegen die Dame hege.
Das war mies! Daß ihn jetzt das Gewissen plagt, spricht
immerhin für ihn.

Eine Denunzierung kann ich darin nicht sehen, und mies finde ich meine Absicht, anderen Leuten unverschuldeten Ärger zu ersparen, auch nicht. Von der Sache her würde ich jederzeit wieder so handeln, allerdings würde ich in der Wortwahl noch vorsichtiger sein.

Ansonsten herzlichen Dank für die Antworten und viele Grüße aus Südhessen

Peter Morelle








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01.11.
Knigge
Ralf Wenzel

Weihnachtsgruesse an Kunden - wie personalisiert?
Moin moin,

ich stelle mal zur Diskussion, was hier gerade Streitpunkt ist;
Weihnachtsgrüße an gute Kunden, verbunden mit einem kleinen (oder
größeren) Präsent.

Zum Präsent soll eine Karte in einem Kuvert beigelegt werden.
Grundsätzlich sehe ich vier Möglichkeiten:

* Irgendeine Karte aus dem Geschäft mit weißem Umschlag
* Karte und Kuvert als optisch harmonierendes Set
* Karte mit Logo des Kunden und Logo des Schenkenden
(Individualanfertigung)
* Karte und Kuvert als optisch harmonierendes Set mit Logos von Kunde
und Schenkendem (dto)

Was ist da üblich? Ist das mit den Logos überzogen?


Ralf *ratlos


...

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01.11.
Knigge
Sigrid Wörsdörfer

Re: Weihnachtsgruesse an Kunden - wie personalisiert?
Ralf Wenzel schrieb:

* Karte mit Logo des Kunden und Logo des Schenkenden
(Individualanfertigung)
* Karte und Kuvert als optisch harmonierendes Set mit Logos von Kunde
und Schenkendem (dto)

Was soll das Logo des Kunden auf Karte/Umschlag?

Gruß
Sigrid


...

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28.10.
Knigge
Ralf . K u s m i e r z

Geschichte der Hoeflichkeit
X-No-Archive: Yes

begin  Thread


Moin,

ich denke darüber nach, einen kleinen Vortrag / ein Referat über
Höflichkeit und Etikette auszuarbeiten. Ich hatte mir als Roten Faden
in etwa folgendes gedacht:

- Hofetikette des Barockzeitalters als formaler Ausdruck der
  höfischen Rangordnung und Devotheit gegenüber dem Souverän
- davon abgeleitet das hoch-bürgerliche und diplomatische
  Zeremoniell, auch in der Gottesdienstordnung
- Offenbarung des höfischen Kodexes und seine Konterkarierung
  durch die natürliche Höflichkeit zwischen Gleichen durch
  Knigge und die Aufklärer sowie die frz. Revolution
- Renaissance des Hofzeremoniells im Wilhelmismus, inkl. des dt.
  Militarismus
- Demokratisierung der bürgerlichen Höflichkeit durch
  Graudenz/Pappritz u. a., mit Anleihen an Knigge
- Neue Etikette und political correctness bis heute

Und weil ich in Wirklichkeit natürlich viel zu faul bin, das wirklich
mit Quellen sauber auszuarbeiten, wollte ich wissen, wo ich dazu
möglichst viel zusammenklauen kann (und wie sinnvoll diese Struktur
überhaupt ist).


Gruß aus Bremen
Ralf
--
R60: Substantive werden groß geschrieben. Grammatische Schreibweisen:
adressiert Appell asynchron Atmosphäre Autor bißchen Ellipse Emission
gesamt hältst Immission interessiert korreliert korrigiert Laie
nämlich offiziell parallel reell Satellit Standard Stegreif voraus


...

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29.10.
Knigge
Alexander Durée

Re: Geschichte der Hoeflichkeit
Hallo,

ich würde die Struktur sehr stark zusammenstauchen. Erzähle die
Vergangenheit kompakt mit einigen Anekdoten und verwende den Schwerpunkt auf
die Gegenwart.

Gruß
Alex


"Ralf . K u s m i e r z" <me@privacy.invalid> schrieb im Newsbeitrag
news:7krodmF3bhqqnU1@mid.uni-berlin.de...
X-No-Archive: Yes

begin  Thread


Moin,

ich denke darüber nach, einen kleinen Vortrag / ein Referat über
Höflichkeit und Etikette auszuarbeiten. Ich hatte mir als Roten Faden
in etwa folgendes gedacht:

- Hofetikette des Barockzeitalters als formaler Ausdruck der
 höfischen Rangordnung und Devotheit gegenüber dem Souverän
- davon abgeleitet das hoch-bürgerliche und diplomatische
 Zeremoniell, auch in der Gottesdienstordnung
- Offenbarung des höfischen Kodexes und seine Konterkarierung
 durch die natürliche Höflichkeit zwischen Gleichen durch
 Knigge und die Aufklärer sowie die frz. Revolution
- Renaissance des Hofzeremoniells im Wilhelmismus, inkl. des dt.
 Militarismus
- Demokratisierung der bürgerlichen Höflichkeit durch
 Graudenz/Pappritz u. a., mit Anleihen an Knigge
- Neue Etikette und political correctness bis heute

Und weil ich in Wirklichkeit natürlich viel zu faul bin, das wirklich
mit Quellen sauber auszuarbeiten, wollte ich wissen, wo ich dazu
möglichst viel zusammenklauen kann (und wie sinnvoll diese Struktur
überhaupt ist).


Gruß aus Bremen
Ralf
--
R60: Substantive werden groß geschrieben. Grammatische Schreibweisen:
adressiert Appell asynchron Atmosphäre Autor bißchen Ellipse Emission
gesamt hältst Immission interessiert korreliert korrigiert Laie
nämlich offiziell parallel reell Satellit Standard Stegreif voraus




...

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13.10.
Knigge
Arno Schuh

Höflichkeiten einfordern
Hi,
mich würden einmal Meinungen zu folgendem Problem interessieren:

Ist es nicht eine ziemliche Unhöflichkeit, Höflichkeit von anderen einzufordern?
Die Beispiele hierfür sind sicher bekannt. Was bei Kindern im Rahmen der Erziehung vielleicht noch gerade akzeptabel ist - die Aufforderung sich bei jemandem zu bedanken, ihn um etwas zu bitten, ihn zu grüßen etc. - empfinde ich unter Erwachsenen als sehr unhöflich.
Eine Höflichkeitsfloskel, die auf Verlangen ausgesprochen wird, eine Geste, eine Handlung - wie höflich ist so jemand, der so etwas von einem anderen verlangt und ihn damit in Verlegenheit, eine peinliche Situation bringt; insbesondere im Beisein Dritter?

Freundliche Grüße

Arno

...

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